Nichts ist jemals endgültig. (Hinflug #5)

Ich bin es ja schon gewohnt, dass es anders kommt als man denkt. Heute der Tag fing auf jeden Fall schon mal gut an. Mit einem Klingeln des Telefons wurde ich aus meinen süßen Träumen von weniger pünktlichen Fliegern und freundlichen Sicherheitspersonal gerissen. “Five Thirty-Two this is your wake-up call!” quäckte mich eine Computerstimme aus dem Höhrer an. Ich habe nicht um den Weckruf gebeten und mein Flieger sollte ja sowieso erst am Nachmittag starten, also war mein Wecker auf deutlich später eingestellt.

So war ich erstmal wach und konnte auch nicht mehr einschlafen. Mir ging die Geschichte von Gestern nochmal durch den Kopf. Flugzeug von der Polizei beschlagnahmt. Mehrere Sicherheitskontrollen. Endloses Warten und nur wissen, dass man nicht weg darf. Da klingelte mein Telefon kurz. Es war eine Amerikanische Nummer und ich rief gleich zurück. Wer weiß, vielleicht wurde ich ja doch schon vermisst, obwohl ich jede Wendung zum Anlass nahm mit einer kurzen E-Mail jeden zu informieren. Am anderen Ende der Leitung war mein Pickupservice Nicole. Sie teilte mir mit, dass sie zu normalen Zeiten mich nicht abholen könnte, mit der aktuellen geplanten Ankunftszeit um 00:19 AM (Aug 16) würde es aber gehen.

Da ich jetzt endgültig wach war, ging ich zum Frühstück und traf sofort alte Bekannte vom Vortag wieder. Nach dem Frühstück, es wurde langsam dämmig draußen, verließ ich das Hotel und ging zum Flughafen um mir mein Boardticket zu holen. Am Schalter war es wie am Vortag leer und ich kam sofort dran. Ich fragte die nette Frau, ob es nicht einen besseren Flug gäbe, bei dem ich früher ankäme. Immerhin war ich jetzt schon fünf Stunden früher am Flughafen und könnte jeden Flug nehmen. Sie könne nur den Check-In machen und mir die Boardkarten drucken, mehr nicht und das tat sie auch. Als ich ihr meinen Zettel für mein Gepäck gab, damit es auf meinen Flug mitkommen könnte, war sie verunsichert, wie es relabled wird, damit das Gepäck auch die neue Flugroute über Housten und Denver nehmen würde… Sie ging nach hinten um nach zu fragen.

Als sie wieder kam, meinte sie, ich wäre umgebucht und würde jetzt doch anders fliegen. Es gibt wohl einen extra Flug mit dem der gestern ausgefallene kompensiert wird, oder das Flugzeug, das jetzt unplanmäßig noch hier steht überführt wird und gleich einige gestrandete Fluggäste mitnimmt. Mit der schönen Flugnummer UA1748 nach Newark. Von dort weiter nach Omaha. Also die alte Flugroute wieder. Wenn man bedenkt, wie umständlich es war überhaupt erstmal die andere Flugroute in Erfahrung zu bringen (Anrufen bei einer Hotline und stundenlanges Warten in mehreren Warteschleifen wo der Callcentermitarbeiter einen dann doch nicht im Sytem findet). Dann war das jetzt wieder deutlich einfacher, auch wenn es nur wegen dem Gepäck soweit gekommen ist.

Meine aktuelle Ankunftszeit ist jetzt 3:36 pm in Omaha mit Flug UA4361. Nicole ist jetzt darauf eingestellt mich erst nach Mitternacht abzuholen…

Jetzt sitze ich hier am Gate Z21 und sehe viele alte Bekannte vom Flieger gestern. Man grüßt sich schon freundlich und erzählt sich Lebensgeschichten. Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft von gestrandeten Fluggästen am Frankfurter Flughafen geworden.

So eben wird der Beginn des Boardings angekündigt. Dann werde ich mal die Schreibfeder zum schweigen bringen und mich ins Flugzeug begeben. Soweit ich gehört habe, ist der Flieger nur 1/3 besetzt, sodass wir viel Platz haben werden.

Euer Georg

6 thoughts on “Nichts ist jemals endgültig. (Hinflug #5)

  1. Viel Glück beim zweiten Anlauf und einen guten Flug. Wie sagt man so schön unter Piloten: Wir sehen uns am Gate.

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