Erste offizielle Info (Hinflug #3)

Der Bereichsleiter von United Airlines hat persönlich einige Worte an uns gerichtet. Das Flugzeug ist in Besitz der Bundespolizei und damit auch unser ganzes Gepäck. Zur Zeit wird wieder jeder Passagier sehr gründlich überprüft und solange das anhält dürfen wir nicht weg. Sobald die Sicherheitsüberprüfung abgeschlossen und alle Passagiere wieder in der abgeschlossenen Wartehalle sind, übergibt uns die Bundespolizei wieder der Fluggesellschaft. Dann werden wir mit allen verfügbaren Flügen ausgeflogen.

… was seit dem letzten Artikel geschah.
Wir saßen da so in den Bussen vor uns hin und haben uns die Sonne aufs Dach scheinen lassen. Aber es schien, dass einige Fluggäste mehr Schwierigkeiten hätten, denn sie standen auch nach Stunden immer noch draußen bei den Polizisten. Wir haben zwischenzeitlich Wasserflaschen bekommen, sodass wir etwas trinken können.

Ein interessantes Intermezzo war, als sich ein Polizeiwagen verselbständigt hat und ungebremst und führerlos auf uns losgefahren ist. Besser gesagt, gerollt. Ein Polizist am Handy bemerkte es zum Glück rechtzeitig und hat den Wagen gestoppt, bevor er Schaden anrichten konnte.

Als wir schon seit vier Stunden hätten in der Luft sein sollen, hat sich das erst Mal etwas bewegt. Das Absperrband wurde entfernt. Uns wurde gesagt, dass wir endlich zurück ins Termin gehen würden und es dort auch Toiletten gäbe. Die Fahrt zurück war unter Polizeieskorte und quer über den ganzen Flughafen.

Am Terminal gab tatsächlich die von vielen lang ersehnten Toiletten. Und Mars, Snickers und andere Süßigkeiten für die Hungrigen. Dann wurden wir wieder in kleinen Gruppen zu einer weiteren Sicherheitskontrolle geführt. Jeder wurde sehr gründlich gefilzt. Jedes Kabel, jedes Pflaster und jeder Krümel aus dem Handgepäck wurde herausgeholt, betrachtet und zurück ins Handgepäck gepackt. In Büchern, Blöcken und Tagebüchern wurde geblättert. Von meiner externen Festplatte haben sie sogar einen Abstrich gemacht. Meine Flasche wollten sie wegschmeißen. Wir konnten uns dann aber darauf einigen, dass eine Polizistin den Inhalt wegkippt und mir die Flasche wieder aushändigt, damit ich eine Trinkflasche zum wieder auffüllen habe.

Der Flug UA118 ist endgültig abgesagt. Das Flugzeug wird erst noch einer genaueren Untersuchung unterzogen. Uns wurde in Aussicht gestellt, dass wir mit einem der nächsten Flüge, unabhängig von welcher Fluglinie, ausfliegen würden. Aber erst muss uns die Bundespolizei entlassen. Uns wurde auch schon in Aussicht gestellt, dass wir vielleicht eine Hotelübernachtung bezahlt bekommen.

So, dann warten wir mal ab, was der Tag noch so alles bringt. Der Bereichschef von United Airlines ist so freundlich uns, die die abschließende und hoffentlich letzte Sicherheitskontrolle schon hinter sich haben, gelegentlich mit neuen Updates zu versehen.

Aktuell wäre unser planmäßiger Abflug vor 5:15 Stunden gewesen.

Euer
Georg

Nach 3 Stunden immernoch auf dem Flughafen (Hinflug #2)

Als ich ins Flugzeug durfte erwartete mich eine erste Überraschung. Ich hatte gleich die erste Reihe im Flugzeugt. Direkt beim Ausgang und im Ausnahmefall hätte ich mithelfen müssen die Tür zu öffnen. Vorteil von dem Sitzplatz ist der unbegrenzte Platz für Füße und Beine. Nachteil ist, dass ich keine Sitztasche direkt vor mir habe.

Es wartete eine Überraschung auf uns, die keiner erwartet hat. Das Flugzeug wurde planmäßig fertig beladen und Abflug bereit gemacht. Wir wurden aus unserer Parkposition herausgeschoben und konnten endlich los. Ich dachte mir, dass ich etwas Schlaf nachholen könnte und nickte weg. Als ich aufwachte, fuhren wir mit dem Flugzeug gerade ein Stück weiter raus aufs Vorderfeld. Ich war überrascht, dass dort ein Mann im Gang stand der uns zu beobachten schien aber offensichtlich nicht zur Flugbesatzung gehörte. Ein Blick auf meine Uhr verriet mir, dass wir vor über einer Stunde hätten abfliegen sollen.

“We had security concerns and are awaiting orders from the german officials”, war die Ansage des Captains. “Wegen einem Sicherheitsvorfall kommt die deutsche Polizei an Bord.” Wir waren angehalten sitzen zu bleiben und keine Mobiltelefone zu nutzen. Der zivil gekleidete Mann im Gang beobachtete uns wirklich und wies jeden an sich wieder zu setzen, wenn er aufstehen wollte. Weil ich direkt in der ersten Reihe saß, konnte ich mithören wie er sich von verdächtigen Personen Sitzplatznummern und Namen aufschreiben ließ.

Ca. 2 Stunden nach eigentlichem Abflug kam das erste Mal der Befehl, dass wir jetzt aufstehen und unsere Sachen nehmen sollten. Wir würden einzeln, von Polizisten begleitet, das Flugzeug verlassen. Dann wurde die Aktion wieder annuliert und wir sollten uns erneut setzen und weiter abwarten. Besonders toll war das für die vielen Kinder, die wir an Board hatten. Die haben sich aber gut geschlagen und wenig Radau gemacht.

Dann kam der zweite Anlauf die Passagiere aus dem Flugzeug zu räumen. Wir wurden einzeln herausgebeten und gründlichst durchsucht. Direkt am Flugzeug warteten drei große Busse auf uns, damit wir uns dort setzen könnten. Wie lange es noch dauern würde weiß keiner. Viele Polizeiautos und sogar die Feuerwehr stehen hier rund um das Flugzeug. Mit einem Rot-Weißen Band ist der ganze Bereich abgetrennt. Mittlerweile wäre ich schon über 3 Stunden in der Luft und ich sitze immer auf dem Flughafen fest.

Mal sehen wie es weiter geht….

Bericht vom Flug UA118 am 14. August 2012

Blick aus dem Bus, in dem wir ausharren, bis wir erfahren, wie wir weiter fliegen werden. Wegen Sicherheitsbedenken wird unser Flugzeug gerade gescreent.

Abflugbereit am Fraport (Hinflug #1)

Ich sitze gerade am Gate Z22 und warte darauf, dass ich ins Flugzeug darf. Der Flughafen scheint heute genau richtig dimensioniert zu sein. Weder beim Checkin, noch bei der Sicherheitskontrolle musste ich lang warten. Da hatte ich aber vielleicht auch einfach nur Glück, denn bei meiner Sicherheitskontrolle waren nur zwei Maschinen aktiv und ich war fast sofort dran. An anderer Stelle waren alle Röntgengeräte in Aktion und die Fluggäste standen bis weit hinaus noch an.

Als ich durch die Sicherheitskontrolle bin, bekam ich ein schlechtes Gewissen. Eigentlich wollte ich mein Schampoo (mehr als 100ml) vorher in den Koffer packen… Auf jeden Fall lege ich Laptop, Tablet, Externe Festplatte, Handy und alles möglich andere in die Kisten für das Röntgengerät. Meine Taschen sind leer und trotzdem piept das Ding wo ich durchgehen muss. Ich habe das Gefühl die piepen immer, wenn ich da durch gehe, auf jeden Fall werde ich untersucht und sie finden … nichts. Dann geh ich zum Röntgengerät und warte auf meine Sachen. Der Sicherheitsmann sitzt vorm Monitor und schaut ungläubig auf das Bild. Er zoomt und wandert hin und her, verändert die Farben und ist ratlos. Er ruft einen Kollegen, der kommt und mir freundlich erklärt er müsste mal in meinen Rücksack gucken. Dort seien zu viele Dinge drin und er will einfach mal einen Blick reinwerfen. Im Ergebnis habe ich meinen gesamten Rucksack ausgebreitet und mein Schampoo wird entsorgt. Dann darf ich wieder alles einpacken und zum Gate weitergehen.

Das war aber nicht das erste Ereignis, bei dem ich Herzklopfen bekommen habe. Heute Morgen, als Sandra mich zum Schalte begleitet hat, wurde ich von so einer netten Dame schon abgefangen, bevor ich überhaupt mein Gepäck abgeben und meine Boardkarten in Empfang nehmen konnte. Sie wollte schon mal meinen Reisepass kontrollieren. Als sie mein Visum sieht, fragt sich mich nach dem Formular I-20, das ich nie bekommen habe. Dafür habe ich ein anderes Formular, von dem ich ganz sicher war, dass es zusammen mit meinem Reisepass in meinem Umhängebeutel gewesen sein muss… wo es jetzt nicht war. Aber ich bin ruhig geblieben und habe in meinem Rucksack gesucht und gefunden. Bei der Gepäckaufgabe hat dann auch keiner mehr etwas wegen meinem riesen Koffer und dem Gewicht gesagt (Meine lieben mitreisenden Amerikaner haben z.B. die dreifache Mänge an Gepäck aufgegeben.

Jetzt müsste alles geregelt sein. In Omaha ist der Flughafentransfer geregelt und ich weiß, wo ich die ersten Nächte unterkommen kann. Dann kann es jetzt los gehen. Ich sitze am Gate Z22 und warte darauf, dass ich ins Flugzeug darf.

Beim Boarden werden die Angehörigen des Militärs auf einer Stufe mit FirstClass und PremiumClass behandelt.

Das ist jetzt meine letzte Nachricht aus Deutschland. In den USA werde ich mir einen W-Lan Zugang suchen und euch dann informieren, dass ich gut angekommen bin. Mit Umsteigen in New York – Newark bin ich ca. 15 Stunden unterwegs.

Wie rasch ist Abschied genommen, wie lange dauert es bis zum Wiedersehen!

…Ein altes Chinesisches Sprichwort, das gerade voll auf meine Situation passt.

Es sind nur noch 12 Tage, dann reise ich in die USA und lasse mein geliebtes Deutschland einstweilen hinter mir. Der Abschied von Land und Leuten fällt mir schwer. Mit einer Abschiedsfeier am vergangenen Samstag wollte ich allen meinen Freunden noch einmal die Möglichkeit geben, mit mir zu feiern. So wie es in einem Trinklied heißt:

So lasst uns noch einmal vereint
Die vollen Gläser schwingen;
Der Abschied werde nicht geweint,
Den Abschied sollt ihr singen.

(August von Platen, Bd. 1: Gedichte)

Vielen Dank für die vielen mitgebrachten Dinge für das Buffett. Wir hatten zum Nachmittag Kuchen und Törtchen. Am Abend wurde Gegrillt mit vielen mitgebrachten Salaten. Auch wenn es hauptsächlich Nudelsalate waren, jeder hat anders geschmeckt und ich fand, es war eine gute Mischung. Das Stockbrot am Lagerfeuer würde ich nicht als Bestandteil meines Verpflegungskonzeptes erwähnen, viel mehr aber als tolle Ergänzung.

Die Abschiedsfeier ist sehr gelungen. Viele Freunde haben mir eine Freude bereitet. Auch wenn ich keine Abschiedsgeschenke erwartet habe, konnte ich mich über viele freuen. Eine kurze Auflistung:

  • THW-Fahne mit Unterschriften meiner Kameraden
  • Handtuch mit THW-Jugend Logo
  • Bilderbüchlein mit Bildern von meiner Zeit beim THW und netten Kommentaren
  • Abschiedskarte und Bild von Leonie
  • Ohrstöpsel für den Flug
  • Die neuste Variante vom Gesellschaftsspiel Risiko

Ich habe mich über die vielen Glückwünsche und Abschiedsgrüße gefreut. Auch von denen, die leider nicht zur Feier kommen konnten. Wir werden uns hoffentlich nach 13 Monaten alle wiedersehen.

Der Abschied bedeutet für mich nicht nur, die Menschen, die ich lieb gewonnen habe, länger nicht mehr zu sehen. Es bedeutet für mich auch, meine Aufgaben und Beschäftigungen nieder zu legen. Z.B. bin ich beim THW schon seit über zwei Wochen beurlaubt. Symbolisch habe ich schon meine Schlüssel abgegeben, trotzdem fällt es mir schwer einfach aufzuhören bis nächstes Jahr. So habe ich noch viele Stunden für die neue Webseite, Berichte und andere Dinge aufgebracht.

Jeder Abschied ist ein Sonnenuntergang, auf den unweigerlich die Morgenröte wartet.

Jetzt kommt aber die Zeit, da ich mich mehr ums Packen kümmern muss. Und darum, in den USA den Weg zu bereiten, um ihn dann zu beschreiten. Dort werde ich wieder neue Aufgaben und Herausforderungen finden und mich ebenso einbringen wie hierzulande. Ich freue mich aber auch schon wieder darauf, nächstes Jahr hierher zurück zu kehren und mit neuem Elan, neuen Ideen und einer neuen Sichtweise die Dinge anzupacken und voran zu bringen.

Ich lade hiermit alle ein, mich in Omaha zu besuchen. Wie ihr mich erreicht, wisst ihr ja. Einfach anfragen und dann werde ich mir die Zeit neben dem Studium schon nehmen. Insbesondere ab Anfang August 2013 wäre das interessant. Dort bin ich mit dem Studium fertig und will noch ein paar Wochen einfach so die USA erkunden. Noch habe ich Platz im Auto und nehme gerne Freunde mit, das wird dann auch viel lustiger.

Abschied ist so ein schweres Wort. Es birgt Endgültigkeit in sich. Sag nur “bis bald”, denn im Leben ist nichts endgültig.

Lebt wohl und bis Bald

Euer Georg

 

PS: diese Kuchenhaube möchte gerne wieder abgeholt werden. Evtl. kann ich sie auch rumfahren, weiß aber nicht wem sie gehört. Eltern haften für Ihre Kuchenhauben, also bitte melden.

Kuchenhaube möchte gerne abgeholt werden.