Ich mache Werbung für ein Auslandsstudium in Deutschland

Am Mittwoch war auf dem Kampus der University of Nebraska at Omaha (UNO) die „Study Abroad Fair“. Alle ausländischen Universitäten mit denen UNO ein Austauschprogramm anbietet waren vertreten und Austauschstudenten haben Fragen zu ihrer Heimat und ihren Universitäten beantwortet.

Für die TU Braunschweig hatten wir natürlich auch einen Stand. Christopher, Sebastian P. und ich haben Deutschland und die TU Braunschweig würdig vertreten.

Study-Abroad-Fair-UNO-Braunschweig-Stand 2012-09-26

Sebastian und ich stellen die TU Braunschweig den UNO Studenten vor.

Wie man sieht, hätten wir noch eine Deutschlandfahne gut gebrauchen können. Damit wären bestimmt mehr Studenten bei uns stehen geblieben und hätten uns erzählt, dass sie deutsche Vorfahren haben und mal gerne nach Deutschland wollen. :-)

Ich halte es für wichtig und richtig, den interessierten Studenten ein Forum zu geben, wo sie sich über potentielle Auslandsstudiengänge, -universitäten und das Leben in Land und Stadt zu informieren. Dafür die Austauschstudenten von den betroffenen Universitäten zu fragen ist die beste Möglichkeit. Allerdings habe ich das Gefühl so nur Studenten zu erreichen, die sich damit schon im Vorfeld auseinander gesetzt haben. Neue Interessenten konnten wir scheinbar nicht erreichen. Die sind an uns einfach vorbei gelaufen.

Was ich aus den Gesprächen herausgehört habe, gibt es zwei dominierende Wege Studenten für Auslandsprogramme zu gewinnen. Die Studenten, die sich zum Ziel gesetzt haben ins Ausland zu gehen, werden sich die Informationen aktiv suchen und eine zentrale Webseite mit allen Universitäten und Programmen und ein Ansprechpartner für Fragen ist hier die effektivste Marketingmethode. Die anderen Studenten erfahren durch „Zufall“ von interessanten Austauschprogrammen. Besonders effektiv scheint für diese Zielgruppe ein Direktmarketing in den Vorlesungen zu sein. 5 Minuten in der Vorlesung kurz interessante Austauschprogramme vorstellen und aufzeigen, wie die sich ins Studium integrieren. Weniger effektiv scheinen mir Plakate und Flyer als Werbemittel, da sie häufig in der Informationsflut untergehen.

Kaufrausch

Schattenspiel

Beim Sonnenuntergang heute hat die Sonne dieses tolle Bild meiner Silhouette an die Wand geworfen. :-)

Ich bin noch keinen Monat in Amerika und habe mich schon an die Kreditkartenmentalität angepasst. Es ist so leicht an der Kasse einfach die Kreditkarte zu zücken, wenn man merkt, dass das Bargeld nicht ausreicht. (Ein alt bekanntes Problem, auch bei Studenten…  New York Times, 26.August 1991) Mein jüngster „Exzess“ ist die Ersteigerung eines All-in-One Computers von Acer für $365,99. Damit ich trotzdem den Überblick behalte, führe ich Buch und registriere alle Ausgabe. Dafür habe ich die Android App Expense Managerauf meinem Tablet. Hätte ich ein Smartphone mit Android wäre es natürlich noch bequemer, weil ich dann direkt wenn ich Geld ausgebe es ins Handy eintippen könnte.

Meine Ausgaben jetzt am Anfang werden sicherlich höher gewesen sein, weil ich mich erstmal eingerichtet habe und Bücher für die Vorlesung kaufen musste und so weiter und so fort. Und wenn ich mit meiner Gastmutter Einkaufen war, musste ich besonders vorsichtig sein, denn sie ist wirklich gut darin mein Geld auszugeben. :-)

Verglichen mit meiner Mentalität, die ich bisher gelebt habe, ist das eine 180° Wendung. Bisher habe ich jeden Groschen (ich weiß, die gibt es nicht mehr) zweimal umgedreht und dann doch nicht ausgegeben. Wenn ich einkaufen gegangen bin, wurde nur das Nötigste gekauft und nur die günstigste Variante.

Was hat mich also dazu bewogen jetzt mehr Geld auszugeben? Ich glaube es liegt daran, dass ich mit einem höheren Stipendium gerechnet hatte, denn die Stipendiensätze vom letzten Jahr waren deutlich attraktiver für mich, und ich hatte mich geistig darauf eingestellt in Hülle und Fülle leben zu können. Außerdem habe ich lieber anständige Ausstattung in meiner Wohnung und nicht den billigsten Plastikmüll aus China. Es hat also eigentlich keine 180° Wendung stattgefunden, ich musste mich einfach nur einrichten und habe dabei auch nur das nötigste besorgt.

Gefrierfach

Mein Gefrierfach ist gut gefüllt.

Kühlschrank

Auch im Kühlschrank ist genug zu Essen. Sogar gesunde Sachen. Dafür lohnt es sich Geld auszugeben.

Um auf den Computer zurück zu kommen, den brauche ich für das Studium. Ich habe nur mein Netbook und das Tablet für Zuhause und auf beidem läuft u.a. Second Life nicht, was ich für meinen Kurs brauche. Außerdem hat der Computer HD-Auflösung für gestochen scharfe Bilder und viel Platz für Text. Und er ist mit einem Touchscreen ausgestattet, dass ich endlich auch mit dem Finger das Ding bedienen kann. Es ärgert mich immer, wenn ich auf dem Bildschirm vom Netbook rumdrucke und nichts passiert obwohl ich es vom Tablet so schön gewohnt bin. Die komplette Beschreibung des Computers gibt es als PDF.

Ursprünglich hatte ich vor gehabt mir hier ein Auto zuzulegen. Wer in meiner Wunschliste gestöbert hat, hat auch gesehen, dass ich immer noch ein Auto möchte. Um irgendwo hinzukommen brauche ich das hier auch einfach. Zurzeit zweifele ich aus drei Gründen daran, ob ich mir ein Auto unterhalten kann. Erstens ist der Stipendiensatz deutlich niedriger als ich aufgrund der Sätze vom letzten Jahr erwartet hatte (Ab Wintersemester 2013/2014 würde es wieder 150 Euro pro Monat mehr geben, da bin ich aber dann wieder in der Heimat). Zweitens habe ich so eine schöne Wohnung und die kostet auch deutlich mehr als von mir für eine Wohnung eingeplant. Drittens steht der Euro in letzter Zeit so schlecht im Dollarkurs (Eurokrise sei Dank). Aufgrund der drei unplanmäßigen Schmälerungen meines Budgets wird das Auto erstmal unplanmäßig nicht angeschafft, bis sich mir eine Finanzierung eröffnet. Vielleicht setzt sich der Trend der letzten Wochen fort und der Euro wird in den nächsten Tagen 1,50 US-Dollar kosten? Man darf ja noch Träume haben. Continue reading

Hausaufgaben – Selbsteinschätzungstest

Diese Woche war die bislang anstrengenste Woche. Und das lag nicht an dem vergangenen schönen Wochenende. Oder zumindest nicht wirklicht, denn wenn ich dort alle meine Hausaufgaben gemacht hätte, wäre diese Woche entspannt gewesen. Aus mir unerklärlichen Gründen hatten Hausaufgaben bis zum Anfang der Woche eine sehr geringe Priorität. Nun versteht mich bitte richtig. Am Wochenende habe ich viel gelesen und in der Hinsicht etwas aufgeholt, nur das Hausaufgaben Ausformulieren und Aufschreiben ist zu kurz gekommen. OK, ich will euch nicht mit Ausschweifungen aufhalten, ob oder wie ich vielleicht früher mit Hausaufgaben anfangen könnte. Es sei mir aber noch kurz erlaubt zu bekräftigen, dass die zwei großen Hausaufgaben für diese Woche eigentlich schon während der letzten zwei Wochen hätten gemacht werden können und ich es mal wieder geschafft habe, sie so kurzfristig wie nur irgendwie geht fertig zu stellen.

Heute war vielleicht das letzte Mal im Pool

Auch wenn es schön ist im Pool zu schwimmen, diese Woche war bisher von meinen Hausaufgaben geprägt. Und ich würde euch gerne etwas darüber erzählen.

Hausaufgabe 1 – Kurs: Legal, Ethical, and Social Environment

Unsere Aufgabe bestand darin ein Gerichtsurteil in eigenen Worten auf zwei Seiten zusammen zu fassen. Wir mussten die Fakten des Falls und die die rechtlichen Fragestellungen herausstellen, ebenso wie die rechtliche Grundlage die das Gericht für die Entscheidung benutzt hat. Die Argumentation des Gerichts und natürlich das Urteil mussten wir aus dem juristischen Wortdschungel befreien und in verständlichem English aufschreiben. Damit die Aufgabe auch nicht zu einfach wurde, sollten wir innerhalb der zwei Seiten auch noch eine eigene ethische Beurteilung formulieren. Ich habe 2,5 Seiten gebraucht, was mir wahrscheinlich Punktabzüge bescheren wird. Die Hausaufgabe hat übrigens auch einen schönen Namen: FIRAC.

F = facts = Fakten/Tatsachen
I = issues = rechtliche Fragestellungen
R = rule = rechtliche Grundlage zur Begegnung der Fragestellungen
A = application = Anwendung der rechtlichen Grundlagen auf die Tatsachen
C = conclusion = ethische Beurteilung

Und weil sich FIRAC einen ähnlichen Wortlaut hat wie fire, war das auch die Hausaufgabe, die mir am meisten Feuer gemacht hat, die mich am meisten gestresst hat.

Unser Fall sollte einen wirtschaftlichen Bezug aufweisen und ich habe mir eine Namensrecht-Streiterei ausgesucht. (Wir müssen mit „legal citation“ arbeiten um auf Rechtsquellen zu verweisen. Mein Fall hat die legal citation: „283 Neb. 77; 809 N.W.2d 751; 2012 Neb. LEXIS 10“) Der Fall geht in etwa so:

In Nebraska gab es seit mehreren Jahren das Unternehmen „Compassionate Care Hospice“. In 19 anderen Bundesstaaten gab es die „Compassionate Care Hospice Group“ die jetzt nach Nebraska expandieren wollten. Bei der Anmeldung des neuen Unternehmens wurde ihnen aber eine Absage erteilt, weil der neue Name „Compassionate Care Hospice of Nebraska“ zu sehr dem geschützten Namen ähnelte und nur mit der Zustimmung des Rechteinhaber könnte die Firma gegründet werden. Also wurde die neue Firma offiziell unter einem anderen Namen gegründet: „Pathways to Compassion“. Das Unternehmen wurde aber nach außen hin trotzdem unter dem Namen „Compassionate Care Hospice of Nebraska“ betrieben und vermarktet. Als auch eine freundliche Aufforderung vom Rechtsanwalt, den Namen nicht weiter zu benutzen, ignoriert wurde, kam es zum Rechtsstreit. Der District Cour für Douglas County (Das Gericht im Landkreis von Omaha) befand, dass der Schutz der Namensrechte eingehalten werden müssen und die Anwaltskosten des Klägers müssen vom Angeklagten in der Höhe von $27.500 übernommen werden. Pathways focht das Urteil an und Compassionate Care Hospice reichte eine Gegenanklage ein. Die Entscheidung mit der ich mich befasst habe wurde vom „Supreme Court of Nebraska“ gefällt und bestätigte das Urteil aus der Vorinstanz in allen Punkten.

Hausaufgabe 2 – Kurs: Essential Leadership Skills

Unsere Aufgabe war es, einen Selbsteinschätzungstest zu machen. Durch die Fragebögen haben wir erfahren ob wir eher introvertiert oder extrovertiert sind, welcher Lerntyp wir sind, ob wir an Schicksal oder an Selbstbestimmung glauben, welche gesellschaftlichen Bedürfnisse wir haben und leben, … Hintergrund ist, dass man sich selbst kennen muss um sicher im Umgang mit anderen Menschen zu sein.

Damit ihr einen Eindruck bekommt, wie umfangreich die Aufgabe ist: Das Kapitel geht von Seite 11 bis Seite 45 in unserem Buch und hat vergleichsweise viel Text pro Seite. Der Selbsteinschätzungstest ist Bestandteil des Kapitels und besteht aus sieben Fragebögen. Jeder Fragebogen hatte 8 bis 54 Fragen. Zu jedem der Ergebnisse aus den Fragebögen sollten wir schreiben was das Ergebnis bedeutet (starke/mittlere/schwache Ausprägung einer Eigenschaft) und ob wir mit dem Ergebnis einverstanden sind oder nicht. Unsere Aussagen sollten wir mit je einem Beispiel belegen. Meine Ausarbeitung erstreckte sich über sieben Seiten in Word getippt.

Eine neue Entdeckung möchte ich gerne mit euch teilen:

Bei den vier Lerntypen (Diverging Style, Assimilating Style, Converging Style und Accomodating Style) hat sich bei mir kein Sieger herauskristallisiert. In unserem Buch wird sogar empfohlen, dass wir an uns arbeiten um ein Gleichgewicht unter den Lerntypen herzustellen und auf vielfältigere Weise lernen. Die Lerntypen unterscheiden sich darin, wie wir Informationen Sammeln (aktiv aus eigener Erfahrung oder passiv durch Bücher und Erzählungen) und wie wir Informationen Bewerten (durch unser Gefühl in einer Situation oder durch Nachdenken, Abstrahieren und Modellbildung). Meine Schlussfolgerung ist, dass ich mit jedem der Lerntypen arbeiten kann je nach Situation. Weil ich mich immer wieder in neue Situationen bringe (Beispiele der letzten 12 Monate: Studiengangwechsel, Uniwechsel, Wohnungswechsel, THW, ideelle Stipendiatenförderung, USA, MBA-Programm… neue Herausforderungen jeglicher Art) muss ich auch unterschiedliche Lerntypen anwenden.

 

Ich weiß, dass die meisten Leser meines Blogs mich ziemlich gut kennen, deswegen frage ich euch. Mit euren Kommentaren könnt ihr mir helfen, dass ich mich besser einschätzen kann. Stimmt meine Analyse zum Lerntyp mit dem überein, wie ihr mich kennt? Ist euch beim Lesen eine Situation mit mir eingefallen? Was war das für eine Situation? Was in der Situation war typisch oder außergewöhnlich an mir?

Bitte nutzt die Kommentarfunktion unten um mir auf eine oder mehrere Fragen zu antworten.

Global Friends Canoe Trip

Heute war wieder ein sehr sonniger und heißer Tag. Was hätten wir besseres machen können als mit ca. 60 Leuten Kanu zu fahren? Genau das haben wir gemacht.

Hier in Omaha gibt es eine „Global Friends“ Gruppe, die regelmäßige Treffen für und mit internationalen Studenten organisiert. Jetzt am Anfang des Semesters haben die besondere Aktionen. Letzte Woche gab es ein großes Picknick im Elmwood Park (zwischen dem Nord- und dem Südkampus der Uni. Nächste Woche ist Karaoke geplant.

Um 12:30 Uhr wurden wir mit einem typisch amerikanisch gelben Schulbus abgeholt. Von meiner Wohnung habe ich zu Fuß ca. eine Stunde zum Treffpunkt gebraucht. Auf dem Weg zum Walnut Creek Lake hat sich unsere Fahrerin etwas verfahren.

Global Friends hatte 10 Kanus für uns organisiert. Wer gerade nicht aufs Wasser konnte, hat sich am Picknickunterstand oder im Schatten eines umherstehenden Baumes gemütlich gemacht. Es wurde viel geredet und gelacht. Zum Spielen war es eher zu warm.

Die ersten Kanufahrten waren noch harmlos. Ein Rennen vielleicht, aber sonst eher gemütliches Paddeln auf dem Lake. Mit Thomas, Kristie und ich sind als eine der letzten aufs Wasser gegangen. Da war kein Friedefreudeeierkuchen mehr…. Wir haben uns an die anderen Bote rangeschlichen und die Insassen mit Wasserangriffen überrascht. Natürlich wurden wir auch aus dem Hinterhalt angegriffen. Der Paddelkrieg bestand darin, die anderen möglichst nass zu machen. Und ich möchte sagen, dass wir sehr erfolgreich waren.

Nach dem Paddelkrieg haben wir noch in aller Ruhe eine Runde auf dem Lake gedreht. Wir waren das vorletzte Kanu, das zurückkehrte. Dann wurde aufgeladen und alle haben sich beim Picknickunterstand versammelt. Zu Essen gab es 2 Meter lange Sandwiches zum selbst belegen. Ich habe sie nicht nachgemessen, aber sie waren lang, sehr lang.

Kristie, mit der ich auch auf dem Lake in einem Boot war, hat ein Auto. Freundlich, wie die Amerikaner sein können, hat sie mir angeboten, mich nach Hause zu fahren, damit ich die Stunde Laufen sparen kann. Für morgen früh haben wir uns zum Kirchgang verabredet.

Bilder habe ich selbst keine gemacht, hoffe aber noch welche von den anderen zu bekommen. Die reiche ich euch dann natürlich nach. Jetzt bin ich erstmal müde und gehe zu Bett.


Die folgenden Bilder sind von Ali Simsek: