Spontanität

Viel ist seit dem letzten Mal passiert. Einzig die Tatsache, dass ich nicht im Vorausplane bleibt erhalten. Als vielleicht wichtigste Entscheidung sollte ich den Autokauf erwähnen.

Ich hatte ja beschlossen, nicht mehr mit der Reisegruppe zurück nach Auckland zu fahren. In Rotorua hatte ich Oliver kennen gelernt. Er ist auch Deutscher und fährt mit seinem Auto allein durch Neuseeland. Da er noch einen Platz im Auto hatte, konnte ich mich ihm anschließen. Ich nehme es gleich vorweg: ich habe Olivers Auto übernommen, da er schon diesen Monat wieder Neuseeland verlässt.

Von Rotorua haben wir jeden Tag spontan überlegt, was wir am nächsten Tag machen könnten oder haben die Entscheidung auf den nächsten Tag verschoben. Teilweise wussten wir erst Abends, wo wir die Nacht verbringen würden. Diese Spontanität gab uns die Flexibilität so manche tollen Dinge zu erkunden.

Beeindruckend fand ich den Hot Water Beach. Wenn Flut ist, ist es wie jeder andere Strand auch. Aber bei Ebbe wird eine Stelle am Strand zugänglich, wo aus der Tiefe heißes Wasser emporsteigt. Natürlich haben wir uns nicht informiert und standen bei Flut am Strand und fanden die Stelle nicht. Nachts um 10 Uhr kamen wir dann mit Schaufel und Spaten zur Ebbe wieder. Ich war erstaunt, dass außer uns rund 20 andere Menschen auch dort waren – mitten in der Nacht und besonders warm war es auch nicht. Wir gingen also barfuß am Strand, bis wir merkten, dass es warm wurde. Dort begannen wir zu graben und hoben ein Loch aus. Natürlich mussten wir unser Loch gegen die Wellen verteidigen und bauten dazu Verteidungswälle. In unserem Loch konnten wir nur gemütlich auf einer Seite sitzen, da auf der anderen das extrem heiße Wasser empor kam. Nachdem wir zuerst unser Loch für uns hatten, teilten wir es mit anderen, die sonst nicht ans warme Wasser gekommen wären. Wir blieben von allen am längsten und verzogen uns bei herannahender Flut in die weiter oben liegenden Löcher der anderen, bis auch diese vollends überflutet waren. Es war einfach schön, mitten in der Nacht in warmen und teils heißem Wasser, das natürlich aus dem Boden kam, am Strand zu entspannen.

Es passierte noch viel mehr, aber meine Zeit am Computer der Bibliothek läuft gleich ab und ich muss mich für heute verabschieden. Leider ist der Upload der Bibliothek auch so langsam, dass ich wieder keine Bilder bereitstellen kann.

Euer
Georg