Verkehrter Verkehr

Es passiert noch immer, dass ich in entgegenkommende Wanderer laufe. Warum, weil ich rechts gehe und sie links. Dass der Verkehr in Neuseeland auf der linken Seite ist, verwirrt mich beim Wandern mehr als beim Autofahren.

Aber nicht erst in Neuseeland begegnete ich dem Linksverkehr. Schon in Singapur waren die Laufbänder auf dem Flughafen „verkehrt herum“. Auch in der Stadt lief ich immer wieder zu den falschen Rolltreppen und stieß gelegentlich mit anderen Passanten zusammen.

Rollbaender auf Flughafen in Singabpur

Rollbaender auf Flughafen in Singabpur

Weil alles mit Linksverkehr funktioniert, wird auch so gewandert, was zu den ungewollten Rempeleien führt. Mittlerweile werde ich besser, aber gelegentlich verfalle ich in die alte Gewohnheit des Rechtsverkehrs. Insbesondere dann, wenn ich begeistert die Umgebung in mich aufnehme und gedanklich darin versinke.

Ich beim Wandern im Regenwald

Ich beim Wandern im Regenwald

Als ich das erste Mal mit dem Auto auf Neuseeländischen Straßen gefahren bin, war ich so sehr mit dem neuen Auto beschäftigt, dass ich den Linksverkehr vergaß. Zum Glück saß Oliver neben mir und schrie entsetzt auf, dass ich im Gegenverkehr fahre. Das ist mir seit dem noch ein paar mal passiert, zum Glück immer mit Beifahrern, die mich ermahnten. Wenn ich dann erst einmal am Fahren bin, dann ist es auch gar nicht mehr so schwer. Auch wunderschöne Landschaften und atemberaubende Aussichten bringen mich dann nicht mehr durcheinander. Damit ihr wisst, was ich meine, hier ein paar Bilder…

Linksverkehr durch die Berge

Linksverkehr durch die Berge

Euer
Georg

Roadtrip nach Chicago

Es sind Fühlingsferien (Spring Break). Das heißt, ich habe nächste Woche keine Vorlesungen. Die perfekte Zeit einmal weg zu fahren. Mit einer kleinen Gruppe zuerst nach Chicago und dann alleine mit dem Bus weiter nach Pennsylvania, meine ehemalige Gastfamilie dort besuchen.

Am Freitag früh haben wir uns an der Uni getroffen. Morgan hat noch bis 9 Uhr gearbeitet. Um 10 Uhr sind wir mit ihrem Auto in Omaha gestartet.

Verena, Morgan, ich und Rubenia. Kurz vor der Abfahrt auf dem Platz vor der Mammel Hall.

Verena, Morgan, ich und Rubenia. Kurz vor der Abfahrt auf dem Platz vor der Mammel Hall.

Auf dem Weg haben wir in DesMoin eine kleine Rast eingelegt und zu Mittag gegessen. Um die amerikanische Kultur intensiver zu erleben, haben wir uns dazu entschieden in einem Familienrestaurant (Mam and Pap Restaurants) zu speisen. Für einen guten Preis haben wir riesige Portionen bekommen.

02_Rast in DesMoin

Nach einer Gesamtreisedauer von ca. 9 Stunden waren wir endlich in Chicago. Als Heimatbasis unserer Ausflüge haben wir einen Couchsurfer gefunden der uns bereitwillig aufnahm. Seine Wohnung ist der Hammer. Im 20. Stock über Chicago mit Blick raus auf den Michigansee.

03_Blick auf See

Zum Abendessen wollten wir eine Spezialität für Chicago essen: Deep Dish Pizza. Während wir auf die Bestellung warteten, waren wir in einem Weinladen damit die anderen sich einen schönen Wein zum Abendessen aussuchen konnten. Rubenia und ich sind noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen und haben lustige Bilder gemacht, dann haben wir die Pizza abgeholt und haben mit den anderen zu Abend gegessen.

04_Weinladen

Lustige Bilder in der Nacht in Chicago. Rubenia und ich.

Lustige Bilder in der Nacht in Chicago. Rubenia und ich.

Deep Dish Pizza. Rubenia, Brian unser Gastgeber, ich und Verena.

Deep Dish Pizza. Rubenia, Brian unser Gastgeber, ich und Verena.

Zum Ausklang des Abends sind wir noch ein eine Lounge gegangen in der Karaoke-Abend war.

07_Lounge

Mein Weihnachtsrückflug – Angekommen

Hallo,

ich bin sicher in Frankfurt gelandet und meine Schwester, Franziska, hat mich abgeholt.

Dass wir rechtzeitig in Deutschland landen würden war nicht sicher. Bevor wir Newark verlassen haben, mussten wir erst noch eine Weile warten. Der Grund war irgendein sicherheitsrelevantes Bauteil, das defekt war und erst ausgetauscht werden musste. In Frankfurt konnte die Laderampe irgendwie nicht richtig in Position gebracht werden, sodass wir noch eine ganze Weile im Flugzeug gewartet haben.

Johannes kann uns sicherlich erklären was die rosane Flüssigkeit war, die in Omaha auf die Flügel des Flugzeugs gesprüht wurde. Ich vermute, dass es Antifrost-irgendetwas ist.

Die Sitznachbarin in der Reihe vor mir hat mir erzählt, dass sie einmal in einem Flugzeug war, das die Reifen vor der Landung nicht ausfahren konnte. Der Pilot hatte schon von Bruchlandung gesprochen und ist noch eine Stunde über dem Flughafen gekreist. Dann konnten die Reifen doch ausgefahren werden und alles war gut.

Meine richtige Sitznachbarin war mir heute auch sehr sympatisch. Sie kommt aus meinem Nachbarland, Tschechien, genauer gesagt aus Prag und studiert in Kanada and der McGill Universität in Montreal. Wir haben auf ihrem Laptop Herr der Ringe – Die Zwei Türme geschaut. Unsere Interessen haben sich in vielen Bereichen gut überschnitten, sodass wir viel zu erzählen hatten.

Hier in Frankfurt hat mich dann Franziska abgeholt und ich habe zum ersten Mal ihre Wohnung gesehen. Wirklich schön hat sie es hier. – Gleich geht es mit einer Mitfahrgelegenheit weiter nach Braunschweig und dann werde ich endlich auch den Rest der Familie wieder sehen. Darauf freue ich mich. Noch mehr freue ich mich darauf, dass mein Freund morgen nachgeflogen kommt.

Frohes Weihnachtsfest. Und guten Rutsch ins neue Jahr. Ich fliege am 4. Januar wieder zurück nach Omaha.

Euer Georg

Thanksgiving and Black Friday

Bis diese Woche verstand ich immer unter einem Schwarzen Freitag ein Datum an dem ein besonders denkwürdiges Unglück geschehen ist. Jetzt wurde ich eines Besseren belehrt. Doch der Reihe nach, denn vor Freitag kommt bekanntlich Donnerstag und diesen Donnerstag war Thanksgiving. Abgesehen davon, dass wir zu diesem Anlass Ferien hatten war es für mich auch aus einem weiteren Grund ein ganz bedeutender Tag, denn ich war zum ersten Mal zur Familie von meinem Freund, Mike, zum Abendessen eingeladen.

Da wir in Deutschland Thanksgiving nicht haben, will ich kurz den Hintergrund und die heutige Bedeutung beschreiben. Mir wurde gesagt, dass Thanksgiving auf ein Fest zurück geht, dass die Einwanderer in den U.S.A. mit den Ureinwohnern gefeiert haben, weil sie ohne die Indianer nicht genügend Nahrungsvorräte für den Winter gehabt hätten (Wikipedia kennte diese und andere Erklärungen). Heute ist Thanksgiving ein nationaler Feiertag in den U.S.A. und das wichtigste Familienfest des Jahres zu dem es traditionsgemäß Truthan (Turkey) gibt. Mike hat mich zu seiner Familie eingeladen und so konnte ich ein richtiges amerikanisches Thanksgiving mitfeiern.

Schon am Abend von Thanksgiving beginnt der Black Friday und ich muss sagen, dass es mir missfällt. Der Black Friday ist immer der Tag nach Thanksgiving und zeichnet sich dadurch aus, dass die Läden extremste Sonderangebote haben. Ich kann ja verstehen, dass man gerne 50% oder ähnlich viel sparen möchte und gerade bei größeren Einkäufen, wie z.B. Flachbildfernseher, Spielekonsolen oder Möbeln, kann ich verstehen dass die Ersparnisse lohnenswert sind. Ich hatte ja schon erwähnt, dass es in den U.S.A. manchmal wichtiger zu sein scheint wie viel man gespart hat als wie viel man ausgegeben hat, am Black Friday sind die Ersparnisse aber nochmal größer.

Nun habe ich nichts dagegen, dass am Tag nach einem Feiertag die Leute in die Läden strömen um Sonderangebote wahrzunehmen. Was ich aber nicht verstehen will, ist, dass wenn ein Laden um 6 Uhr früh die Türen öffnet, noch vor Mitternacht so viele Leute sich vor dem Laden versammelt haben um zu warten, dass die Warteschlange um das ganze Gebäude herum geht. Ich habe hunderte von Leuten, Familien mit ihren Kindern und Freunde mit ihrem Freundeskreis, gesehen, die sich darauf eingerichtet hatten mehr als sechs Stunden im Freien auf die Ladenöffnung zu warten. Es sei wohl sogar ein Familienevent die Nacht lang in der Warteschlange zu warten. (Jetzt wundert es mich auch nicht mehr, dass Apple-Enthusiasten zur neuen iPhone Veröffentlichung vor dem Apple-Store campen.)

Was mich aber daran stört, ist, dass einige Läden schon am Donnerstagabend öffnen. Das schählert, meiner Ansicht nach, den Wert des Familienevents. Ich habe miterlebt wie der Bruder von Mike gegen 9 Uhr Abends, wir hatten den Nachtisch noch vor uns, los wollte um irgendwo günstig eine Playstation zu kaufen. Die Erwachsenen haben nur geantwortet, dass wir dafür schon zu spät dran seien, weil der Laden schon in einer Stunde öffnet und die Warteschlange schon zu lang sein wird, als dass wir unter den Ersten sein könnten die eine Chance darauf hätten das Sonderangebot wahrzunehmen. Angeblich, und das haben mir alle Amerikaner so erzählt, gibt es um die Sonderangebote richtige Kämpfe und manchmal sogar Tote. Die Massen an Menschen, die vor dem Laden sechs oder mehr Stunden gewartet haben, werden zusätzlich aufgehetzt, indem die Regale in den Läden so umgestellt werden, dass es einem Irrgarten gleicht.

Freitagabend hatten wir wieder eine kleine Feier unter Freunden. Ich habe es hier zur Tradition gemacht, dass wir uns Freitagabends treffen, zusammen etwas essen und Spiele spielen. Die ersten Wochen haben wir das noch in meiner Wohnung gemacht, mittlerweile machen wir das bei Mike, weil er die schönere Wohnung und die bessere Ausstattung (inkl. anständiger Musikanlage und Party-Laser) hat.

Einige unserer Freunde hatten sich in der Nacht zum Freitag in einem Einkaufszentrum in einer Warteschlange angestellt. Das erschreckende war, dass irgendwo Schüsse gefallen sind. Die Polizei sagt, es seien nur Mülleimer gewesen, die irgendwer umgeworfen hatte. Unsere Freunde sind sich aber sicher, dass es sich um Schüsse gehandelt hat. – Da bin ich froh, dass Mike und ich lieber schlafen gegangen sind als uns irgendwo für den Schwarzen Freitag anzustellen.

Nochmal zum Thanksgiving-Dinner. Das Festessen war köstlich. Von den verschiedenen Sachen auf dem Tisch habe ich eigentlich nur jeweils ein bisschen probiert und ich war pappe satt. Mike’s Familie ist richtig nett. Von der Anzahl der Leute hat es sich auf jeden Fall wie zuhause angefühlt, nur dass hier auch noch kleinere mit dabei waren. Mit den Kindern habe ich gut gespielt und mit der Oma habe ich mich gut unterhalten. Auf jeden Fall darf ich jederzeit dort wieder hin kommen. Mike und ich haben schon überlegt, dass wir einmal die Woche seine Familie besuchen (natürlich zum Essen).

Happy Halloween

Wir durften verkleidet zur Vorlesung erscheinen… Ich war der einzige. Danke an Jaime, der mir das Kostüm ausgeliehen hat.

Meine Halloweenverkleidung

Meine Halloweenverkleidung

Meine Halloweenverkleidung und der Fahrradhelm

Meine Halloweenverkleidung und der Fahrradhelm ;-)

Wer kann erraten, was ich bin?

Euer
Georg