Ist die totale Überwachung das Ende des Kapitalismus?

Die technische Entwicklung der letzten Jahre ist rasant vorangeschritten. Dabei wollen Vordenker und Unternehmer eine neue Welt geschaffen haben: Angeblich leben wir im Informationszeitalter. Außerdem sollen wir in einer durch und durch digitalisierten Welt leben. Aber ist das so? Ich habe erst kürzlich drei Stunden auf der Straßenverkehrsbehörde gewartet, nur um ein Auto anzumelden. Digitale Formulare und automatische Verarbeitung des Antrags sind hier noch lange nicht angekommen.

Ich sehe, dass es eine Tendenz zu mehr digitalen Lösungen und noch mehr Vernetzung über das Internet gibt. Aber wir sind dort noch nicht angekommen!

Shoshana Zuboff hat eine tolle Rede darüber gehalten, wie wir unsere Welt beschreiben müssen, um sie zu verstehen. Sie sagt, dass wir diese Beschreibung der Welt nicht anderen überlassen dürfen. Wenn wir selbst nicht mitgestalten, dann werden wir bevormundet und als Konsequenz könnten wir als Gesellschaft verlieren. Verlieren könnten wir unsere hart erkämpften Freiheiten und Grundrechte. Verlieren würden wir die Selbstbestimmung.

Es geht mir aber darum, dass wir noch immer eine gut funktionierende Gesellschaft haben. Die Politik, das Sozialsystem, das Miteinander – alles haben wir schon. Wir wissen aber auch, dass alles veränderlich ist und kontinuierlich im Wandel ist. Daher ist es aus meiner Sicht wichtig, dass wir diesen Wandel akzeptieren und selbst mitgestalten. Um jedoch dies zu tun, brauchen wir ein solides Wertesystem. Warum sind Werte so wichtig? Weil sie wie Leitplanken dafür sorgen, dass alle unsere Entscheidungen auf Linie sind mit dem, was uns wichtig ist.

Ich nehme “Privatsphäre” als ein Beispiel. Für mich ist Privatsphäre ein Wert, den ich sehr schätze und als wichtig empfinde. Für mich bedeutet Privatsphäre, dass ich andere Menschen respektiere und deren Grenzen beachte und gleichzeitig fordere ich ein, dass ich und meine Grenzen akzeptiert und eingehalten werden. Das fängt damit an, dass ich niemals ungefragt das Tagebuch eines anderen lesen werde. Auch wenn jemand in der Straßenbahn am Handy telefoniert, werde ich dezent weghören. Das Weitergeben von Bildern, die mir vertraulich geschickt wurden, werde ich unterlassen. Auch Postkarten, die nicht an mich geschrieben sind, werde ich nicht lesen – auch wenn ich zugegeben stets neugierig bin.

Wenn ich jetzt an der Gestaltung der zukünftigen Gesellschaft aktiv beteiligt bin, dann setze ich mich dafür ein, dass die Privatsphäre ein wichtiger Bestandteil ist. Dass dies aktuell versucht wird zu unterwandern, sehen wir an den “Datenkraken”, die regelmäßig für den Big-Brother-Award ausgezeichnet werden. Ich bin gegen einen weltweiten Überwachungsstaat.

Aktuell wird gegen die großen Internetfirmen gewettert. Ihr Geschäftsmodell beruht leider auf der Ausbeute unserer Privatsphäre und fordert deren Abschaffung. Es kann sich keiner ihnen so richtig entziehen. Dies muss nicht so bleiben. Jeremy Rifkin prophezeit, dass der Kapitalismus ein Ende finden wird und stattdessen eine “Sharing Economy” entstehen wird. Mir gefällt, wie er die Rolle der aktuellen Internetfirmen betrachtet: als Pioniere, die den Weg bereiten und uns einen Anstoß geben. Uns obliegt jedoch die Entscheidung, wie wir diese Entwicklung mitgehen. Nehmen wir sie wie diktiert an? Stellen wir eigene Forderungen für Änderungen? Gestalten wir eigene Lösungen, die in Konkurrenz stehen?

Zum Glück gibt es viele Initiativen, die an der Gestaltung der Gesellschaft mitwirken. Eine sehr junge Initiative hat es sich zum Ziel gesetzt, um bei meinem Beispiel der Privatsphäre zu bleiben, die Absicherung unserer Kommunikation so einfach zu machen, dass sich jeder und ohne technisches Verständnis vor Überwachung im Internet schützen kann: pretty Easy privacy.

Was mich freut: Es gibt immer Menschen, die sich für Werte einsetzen, die mir wichtig sind. Ich bin mir sicher, dass wir in einer Gesellschaft mit guten Werten und Normen leben. Dazu trage ich meinen Teil bei, getreu dem chinesischen Sprichwort:

Wenn du dein Land ändern willst, musst du erst einmal dein Dorf ändern, wenn du dein Dorf ändern willst, musst du erst einmal deine Familie ändern und wenn du deine Familie ändern willst, musst du erst einmal dich selbst ändern.

Exakter oder unpräziser Sprachgebrauch im Alltag

Eine häufige Frage, die mir gestellt wird, ist: „Wie ist das Leben in den USA?“ Selbstverständlich beinhaltet dies mehrere Aspekte und Dimensionen. In einer Serie stelle ich hier im Blog vor, was mir im Laufe der Zeit auffällt. Manche dieser Beobachtungen sind lustig, einige frusten mich und meistens ist es eine gute Überlegung wert.

Heute möchte ich von etwas berichten, was mich regelmäßig erstaunt und ein bisschen frustet. Als Fremdsprachler habe ich erwartungsgemäß einen geringeren Wortschatz als Muttersprachler. Darüber hinweg hilft das Paraphrasieren, also das Umschreiben von Gegenständen, Gefühlen, Konzepten, Ideen, Tätigkeiten und was ich sonst ausdrücken möchte. Diese Technik erscheint ganz natürlich und in der Schule wurde ich dazu ermutigt, durch das Paraphrasieren eine Fremdsprache besser zu beherrschen. Ich finde es daher in Ordnung, wenn ich einfache Wörter, wie „Tortenheber“ weder aus dem Unterricht, noch aus der Zeitung kenne.

Gestern war ich mit Freunden unterwegs. Bevor wir uns den Film „Hunger Games“ in der Stadt angeschauten, backten wir einen Pie (eine Amerikanische Variante eines Kuchens). Nach dem Film war der Pie abgekühlt und wir verspeisten ihn. Beim Servieren stellten wir fest, dass mein Freund keinen Tortenheber zuhause hat. Während ich in meinem Gedächtnis nach dem englischen Wort für Tortenheber suchte, umschrieben wir gemeinsam den Aufbau und die Funktion desselben. Als ich dann immer noch nicht das Wort wusste, fragte ich meine Freunde, wie das Gerät denn heißt und habe als Hilfestellung auch den deutschen Namen genannt. Erfahrungsgemäß gibt es im englischen gelegentlich ein ähnliches Wort zum Deutschen (dazu könnte ich einen eigenen Blogbeitrag schreiben). Als Antwort bekam ich aber nur, dass sie nicht wüssten, was der korrekte Name für einen Tortenheber ist.

Ich habe es im Internet nachgeschlagen und „pie server“ ist eine einleuchtende und akkurate Bezeichnung. „Cake lifter“ existiert auch und kommt dem deutschen Tortenheber am nächsten. Amüsant finde ich vorallem „cake shovel“, also wörtlich übersetzt „Kuchenschaufel“, wobei ich mir einen Spaten vorstelle.

Ein anderes Beispiel ist „Zinne“, wie sie auf Burgmauern stehen und die zum Schutze der Ritter dienten. Wo doch eigentlich alle Kinder von Rittern und Burgen begeistert sind, da sollten sie doch das Wort „merlon“ (Zinne) kennen. Aber vielleicht kenne und vermisse ich dafür die Fachausdrücke für Cowboy und Indianer nicht.

Wenn ich Dinge nicht benennen kann, fühle ich mich eingeschränkt und behindert (als nicht im körperlichen oder geistigen Sinne). Die Kommunikation empfinde ich als erschwert und umständlich. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich für über ein Jahr bei Autoren gelebt habe, die sehr gut mit der englischen Sprache umgehen können und einen großen Wortschatz haben. Vielleicht ist es auch die deutsche Effizienz, die uns zugesprochen wird. Auf jeden Fall bin ich stets bemüht neue Wörter zu lernen, um mich präziser auszudrücken und nicht lange Umwege durch Umschreibungen machen muss.

Vor diesem Hintergrund erstaunt es mich immer wieder, wenn mir meine amerikanischen Freunde sagen, sie wüssten nicht wie etwas heißt. Sie scheinen auch nie bestrebt zu sein das Wort nachzuschlagen oder überhaupt zu lernen. Warum das so ist, habe ich noch nicht herausgefunden. Mich frustriert es dann häufig, wenn mein Wissensdurst ungestillt bleibt. Auch wenn es unhöflich ist, mitten in einer Unterhaltung das Smartphone zu befragen, so nutze ich meinen Ausländerstatus als Ausrede trotzdem das Wort nachzuschlagen.

Was sagt ihr? Sind wir in Deutschland wirklich so darauf Bedacht alles zu benennen, oder ist das etwas eigentümliches an mir?

Euer
Georg

Hoher Besuch von Daheim, Teil 4

Nun ist es schon der letzte Beitrag zu meiner Urlaubsserie. Nachdem in wir in Yellowstone Park waren, ging es jetzt nach Las Vegas! Schon auf dem Weg dorthin (diesmal sind wir geflogen) habt Flo etwas Tolles entdeckt (ich habe geschlafen). Wie auf dem folgenden Bild zu sehen ist, konnten wir deutlich sehen, wo sich die Kontinentalplatten untereinander schieben.

Kontinentalplatten

Kontinentalplatten

What happens in Vegas, stays in Vegas

– Von dem, was nicht in Vegas bleibt, berichte ich euch.

Flo und ich vor dem berühmten Las Vegas Schild

Flo und ich vor dem berühmten Las Vegas Schild

Übernachtet haben Flo und ich im Luxor Hotel. Wir hatten uns wegen seiner Pyramidenform für das Luxor entschieden (Unique Selling Point). Von der Einrichtung her und allem hat es uns sehr gut gefallen. Die Zimmer sind an der Außenwand der Pyramide und im Inneren befindet sich eine kleine Ministadt. Ebenerdig ist das Kasino und darüber sind weitere Attraktionen. Auf dem Bild sieht man auch einen Obilisk, der von unten groß wirkt, aber oben aus der Pyramide sieht er klein aus. Das Schöne am Luxor ist auch seine Lage, denn es ist fast am Ende vom Strip und damit nur ein paar Fußminuten vom Las Vegas Schild entfernt.

Flo vor dem Luxor Hotel

Flo vor dem Luxor Hotel

Ich vor dem Luxor Hotel

Ich vor dem Luxor Hotel

Das Luxor Hotel von Innen

Das Luxor Hotel von Innen

Selbstverständlich haben wir auch einiges in Las Vegas unternommen. Wir waren beispielsweise beim Heart Attack Grill. Das Restaurant ist stolz darauf super fettiges und super ungesundes Essen zu verkaufen. Uns hat es auf jeden Fall geschmeckt. Was wir sonst noch gemacht haben, fällt in die Kategorie: „What happens in Vegas, stays in Vegas“.

Super ungesunder Burger beim Heart Attack Grill - hmmm.... :-p

Super ungesunder Burger beim Heart Attack Grill – hmmm…. :-p

Damit beschließe ich die Berichterstattung von unserer Amerikareise. Gerne will ich auch zukünftig wieder in den USA reisen (uns insgesamt). Wenn also jemand Lust hat zu reisen, komme ich wahrscheinlich gerne mit. Auch wenn es um die Planung geht, helfe ich gerne.

Euer
Georg

Hoher Besuch von Daheim, Teil 3

Nach langer Fahrt sehen wir endlich das Schild welches uns zum Yellowstone begrüßt. Doch auch vorher schon haben wir eine fantastische Landschaft gesehen.

Als erstes haben wir unseren reservierten Campingplatz aufgesucht. Nach zwei Tagen im Auto freuten wir uns schon auf die Duschen. Bei unserer Ankunft wurden diese gerade gereinigt. Daher gewann unsere Neugier und wir sind doch sofort zu den Sehenswürdigkeiten im Park gefahren.

Erster Halt, Heiße Quellen direkt am See.

Erster Halt, Heiße Quellen direkt am See.

Heiße Quelle mit tollem Blau.

Heiße Quelle mit tollem Blau.

Der bekannteste Geysir im Yellowstone Park ist Old Faithful. Er soll ca. alle 90 Minuten eine Eruption haben. Diese Ausstöße von Wasser und Dampf sind das beliebte Naturereignis zu dem sich jeweils viele Menschen versammeln. Auf der Hinfahrt sah ich aus der Ferne, was aussah wie eine Fontäne. Als wir beim Old Faithful ankamen verteilte sich gerade die Menschenansammlung. Da wir nicht so lange bis zum nächsten Ausbruch warten wollten, verschoben wir Old Faithful auf den nächsten Morgen und fuhren weiter.

Blubberndes Schlammloch.

Blubberndes Schlammloch.

Große Wasserfälle waren überall im Park zu finden.

Große Wasserfälle waren überall im Park zu finden.

Auch einen Grand Canyon  haben wir gesehen.

Auch einen Grand Canyon haben wir gesehen.

Erst nach Einbruch der Dunkelheit ließen wir von den Sehenswürdigkeiten ab und kehrten zu unserem Zeltplatz zurück. Im Dunkeln bauten wir unser Zelt auf. In der Nacht wurde es richtig kalt. Am Morgen ging ich ein kurzes Stück durch den Wald und kam zum großen Kratersee. Am Strand lief ich Barfuß und genoss den Sonnenaufgang über Yellowstonde.

Nach dem Frühstück kehrten wir zum Old Faithful zurück. Rund um den bekannten Geysir gibt es noch ganz viele kleinere. Auch sehenswerte heiße Quellen fanden wir. Ein Geysir beeindruckte uns sehr, denn er spie Wasser und Dampf für mehrere Minuten ohne an Kraft zu verlieren.

Es ist ein tolles Schauspiel, wenn ein Geysir ausbricht.

Es ist ein tolles Schauspiel, wenn ein Geysir ausbricht.

Für mehrere Minuten spie der Geysir, damit wir genug Fotos machen konnten. :-)

Für mehrere Minuten spie der Geysir, damit wir genug Fotos machen konnten. :-)

Tolles Farbenspiel der Bakterienkultur am Rand der heißen Quellen.

Tolles Farbenspiel der Bakterienkultur am Rand der heißen Quellen.

Auch von der Rückfahrt gibt es Berichtenswertes. Wir haben bei Carhenge gehalten. Das ist ein Nachbau der bekannten Stonehenge, aber mit Autos. Das zweite Ereignis ist ein gewaltiger Sturm. Zum Glück ist er vor uns hergezogen. Wir waren vom Sturm so sehr beeindruckt, dass wir beschlossen, dort nicht hineinzufahren, sondern auf einem Rastplatz, in sicherer Entfernung, die Nacht abzuwarten.

Carhenge

Carhenge

Damit beschließe ich den dritten Teil meines Berichts. Eine Reise zum Yellowstone Park würde ich jederzeit wieder machen. Zwei Tage reichen kaum aus, um alles zu genießen. Trotzdem konnten wir einen guten Eindruck von der Schönheit des Naturphänomens bekommen.

Im nächsten Teil dieser Blog Serie berichte ich von unserer Reise nach Las Vegas, der Hochburg des Glückspiels und langen Nächte.

Euer
Georg

Hoher Besuch von Daheim, Teil 2

Wer kennt sie nicht, die in Stein gehauenen Präsidentenköpfe? Bilder hat bestimmt jeder von uns schon gesehen. Flo und ich können sogar davon berichten wie wir sie mit eigenen Augen gesehen haben. Mount Rushmore war einer von drei geplanten Stationen auf dem Weg zum Yellowstone. Von unserem ersten Halt in den Badlands hatte ich schon beim letzten Mal berichtet. Jetzt sind die nächsten beiden Stationen dran.

Am besten halte ich mich in meinen Ausführungen kurz und zeige euch Bilder.

201 Mnt Rushmore -Flo

202 Mnt Rushmore -Georg

Nach Mount Rushmore sind wir zu einem der außergewöhnlichsten Naturphänomänen, den Devils Tower, gefahren. Vorher waren wir aber hungrig und mussten feststellen, dass wir kein Messer eingepackt hatten, nicht einmal ein Taschenmesser. Nach einem Stärkungsessen bei Applebees gings dann weiter zu unserer dritten und letzten Zwischenstation auf dem Weg zum Yellowstone.

Der als Devils Tower (Teufelsturm) bekannte “Berg” ist nicht nur atemberaubend in seiner Gestalt sondern auch der Hintergrund der Entstehung ist bemerkenswert. Der Devils Tower ist ein Relikt eines alten Vulkans. Um genau zu sein ist er die erstarrte Mitte eines Vulkans. Der Rest des Vulkans ist schon durch die Zeit abgetragen worden, aber die erstarrte Lava aus dem Zentrum ist noch dort. Die Bilder können nicht wirklich wiedergeben, wie gewaltig der Anblick ist.

Flo hält Devils Tower.

Flo hält Devils Tower.

Flo und ich am Fuße des Devils Towers.

Flo und ich am Fuße des Devils Towers.

205 Devilstower Georg

206 Devilstower Flo

Auf den Steinen am Fuße des Devils Towers haben wir ein Eichhörnchen gesehen. Bei unserem Versuch ein gutes Bild zu bekommen war das folgende unser bestes.

Versuch ein Eichhörnchen zu fotografieren.

Versuch ein Eichhörnchen zu fotografieren.

Auf den Bildern kann man es erahnen. Bis wir dort waren wurde es schon spät und wir hatten großes Glück darin. Die Abendsonne hat den Devils Tower mit immer bunteren Farben angeleuchtet.
Vom Devils Tower haben wir uns weiter auf den Weg zum Yellowstone gemacht. Einmal haben wir noch im Auto auf einem Rastplatz übernachtet.

Von unserem Aufenthalt im Yellowstone Park erzähle ich euch beim nächsten Mal.

Euer
Georg